Anwendungen
Sekundäres Mikroplastik
Wer heute Mikroplastik-Referenzmaterial bezieht, bekommt in aller Regel das Polymer des Anbieters: dessen Charge, dessen Additivpaket, dessen Alterungszustand.
- 7
- dokumentierte Polymere
- 3–151 µm
- Korngröße
- 311
- verifizierte Einzelmessungen
- 4 Jahre
- wiederkehrende Lieferung an ein europäisches Herstellerkonsortium
Aus Ihrem Polymer, nicht aus einem Katalog.
Für Methodenvalidierung, Ökotoxikologie und Ringversuche ist das häufig genau das falsche Material. Gebraucht wird das, um das es im Verfahren tatsächlich geht – Ihr Polymer, Ihre Charge, Ihr Additivpaket.
Wir vermahlen Ihr eigenes Polymer zu sekundärem Mikroplastik – im Gramm-Maßstab, mit Messprotokoll je Charge.
Drei Wege, an Referenzmaterial zu kommen
Zwei davon führen an dem vorbei, was Sie eigentlich brauchen.
| Bezugsweg | Ausgangsmaterial | Typische Losgröße | Partikelbezogene Charakterisierung |
|---|---|---|---|
| Katalog-Referenzmaterial | Polymerbestand des Anbieters | Milligramm bis wenige Gramm | Datenblatt zum Katalogprodukt |
| Kryogene Lohnvermahlung | Ihr Material | üblicherweise ab mehreren 100 kg | meist nicht Bestandteil der Leistung |
| NanoFract | Ihr Polymer | ab Gramm-Maßstab | Messprotokoll je Charge, Verteilungstyp ausgewiesen |
Angaben zu Bezugswegen beruhen auf einer eigenen Auswertung öffentlich zugänglicher Anbieterkataloge und Leistungsbeschreibungen, Stand August 2026, und beschreiben typische Marktangebote ohne Anspruch auf Vollständigkeit. Weitere Quellen: ACC Microplastic Reference Materials Workshop 2022; Parker et al. 2023; Sørensen et al. 2024; OECD Series on Safety of Manufactured Nanomaterials No. 113, 2026; JRC/BAM-Ringversuch JRC125383.
Ihr Polymer, nicht ein Modellpolymer
Kugelige Primärpartikel machen rund zwei Drittel aller aquatischen Studien aus, entsprechen aber nur etwa sechs Prozent des realen Umweltmikroplastiks. Wir fragmentieren Ihr eigenes Material – unregelmäßig, polydispers, realitätsnah.
Mengen, die für Versuchsreihen reichen
Der Referenzmaterial-Workshop der US-Chemieindustrie beziffert den realen Bedarf je nach Anwendung auf 50 Milligramm bis rund 20 Kilogramm. Ein europäisches Kunststoffhersteller-Konsortium bezieht sein Sekundärmikroplastik seit vier Jahren von uns.
Ohne Kryogen, mit Protokoll
Wir arbeiten ohne Flüssigstickstoff und ohne zusätzlichen Mahlkörperabrieb, der Blindwerte verfälscht. Zu jeder Charge liefern wir die Größenverteilung mit ausgewiesenem Verteilungstyp – auf Wunsch mit Rohdaten.
Der regulatorische Rückenwind
Die Nachfrage nach realitätsnahem Testmaterial wächst nicht aus wissenschaftlicher Neugier, sondern aus Fristen.
| Termin | Was gilt |
|---|---|
| 24.09.2025 | ISO 16094-2:2025 veröffentlicht (µFTIR/µRaman, 1–5.000 µm) |
| 16.12.2025 | EU-Pelletverordnung (EU) 2025/2365 in Kraft |
| 05.05.2026 | ISO/CD 16094-4 registriert – Probenvorbereitung, Wiederfindung, Qualitätskontrolle |
| 11.05.2026 | Richtlinie (EU) 2026/805 in Kraft – Mikroplastik auf den EU-Wasser-Beobachtungslisten |
| 19.05.2026 | OECD-Bericht Nr. 113 – Top-down-Material entspricht umweltgealterten Partikeln |
| 31.05.2026 | Erste ECHA-Meldewelle für Hersteller und industrielle Anwender |
| 31.05.2027 | Zweite ECHA-Meldewelle für alle übrigen Anwender und Lieferanten |
| laufend | ISO/AWI 25654 normiert die Top-down-Herstellung irregulärer Referenzpulver, 10–1.000 µm, Sekretariat DIN |
Warum das für Sie zählt
Jede dieser Normen und Fristen verlangt belegte Wiederfindungsraten und Qualitätskontrolle. Beides ist ohne charakterisiertes Spike-Material in der passenden Morphologie nicht darstellbar. Unser Herstellungsprinzip entspricht dem Top-down-Ansatz, den ISO/TC 61/SC 14 derzeit in ISO 25654 normt.
Was wir liefern
- Dokumentiert sind PP, PS, PVC, PC, PET, PA6 und HDPE – andere Thermoplaste klären wir über eine Probemahlung
- Unregelmäßige Fragmente aus Ihrem Originalmaterial, keine Kugeln aus einer Polymerisation
- Fraktionierung über Zentrifugation und Siebung für enge Zielspannen
- Messprotokoll je Charge mit d10, d50, d90 und ausgewiesenem Verteilungstyp; Rohdaten auf Anfrage
- Auf Wunsch Geheimhaltungsvereinbarung vor der ersten Probe
| Polymer | d50-Spanne (µm) | Mittlere 50 % (µm) | Median (µm) | Feinste Fraktion, anzahlbasiert (µm) |
|---|---|---|---|---|
| Polypropylen (PP) | 6,0 – 151 | 16 – 71 | 38 | 2,5 |
| Polystyrol (PS) | 6,8 – 124 | 9,0 – 31 | 18 | 1,1 |
| PVC (Sekundärware) (PVC) | 3,0 – 116 | 12 – 30 | 19 | 2,2 |
| Polycarbonat (PC) | 3,2 – 126 | 13 – 36 | 16 | 11 |
| PET (PET) | 8,5 – 112 | 17 – 48 | 31 | 6,1 |
| Polyamid 6 (PA6) | 14,4 – 126 | 20 – 31 | 24 | 1,9 |
Die sieben dokumentierten Kunststoffe
Alle Werte stammen aus abgeschlossenen Kunden- und Forschungsprojekten und sind volumengewichtet – das ist die Verteilungsart, die für Masse und Ausbeute maßgeblich ist. Anzahlgewichtete Werte liegen systematisch darunter und sind mit diesen Zahlen nicht vergleichbar.
| Polymer | d50-Spanne | Mittlere 50 % der Proben | Median | Messreihen |
|---|---|---|---|---|
| Polypropylen (PP) | 6 – 151 µm | 16 – 71 µm | 38 µm | 32 |
| Polystyrol (PS) | 6,8 – 124 µm | 9 – 31 µm | 18 µm | 16 |
| PVC (Sekundärware) (PVC) | 3 – 116 µm | 12 – 30 µm | 19 µm | 37 |
| Polycarbonat (PC) | 3,2 – 126 µm | 13 – 36 µm | 16 µm | 31 |
| PET (PET) | 8,5 – 112 µm | 17 – 48 µm | 31 µm | 28 |
| Polyamid 6 (PA6) | 14,4 – 126 µm | 20 – 31 µm | 24 µm | 31 |
| HDPE (HDPE) | 41 – 101 µm* | – | – | 2 |
Volumengewichtete Richtwerte, gerundet, aus abgeschlossenen Projekten. * Für HDPE liegen bislang nur zwei Messreihen ohne ausgewiesene Verteilungsart vor; sie sind mit den übrigen Zahlen dieser Tabelle nicht direkt vergleichbar. Wir weisen das aus, statt die Werte stillschweigend zu vermischen.
Häufige Fragen
Welche Polymere können Sie verarbeiten?
Dokumentiert sind PP, PS, PVC, PC, PET, PA6 und HDPE. Andere Thermoplaste klären wir über eine Probemahlung.
Wie viel Material brauchen Sie von mir?
Für eine erste Probemahlung genügen meist wenige hundert Gramm Ausgangsmaterial. Für Serien sprechen wir über größere Mengen.
Ist das ein zertifiziertes Referenzmaterial?
Nein. Wir liefern charakterisiertes Referenz- und Testmaterial mit chargenbezogenem Messprotokoll. Eine CRM-Zertifizierung nach ISO 17034 haben wir nicht – die haben auch die meisten am Markt verfügbaren Mikroplastik-Materialien nicht.
Warum keine Kryomahlung?
Kryogene Verfahren haben dokumentierte Ausbeute- und Größenkontrollprobleme: Ein großer Teil der Partikel landet unbeabsichtigt unterhalb der Zielfraktion. Unser Verfahren kommt ohne Flüssigstickstoff aus und ohne zusätzlichen Mahlkörperabrieb, der Ihre Blindwerte verdirbt.
Behandeln Sie mein Material vertraulich?
Ja, auf Wunsch unter NDA bereits vor der ersten Probe. Ein erheblicher Teil unserer Projekte läuft unter Geheimhaltungsvereinbarung.